GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT im Senegal
Ringen gehört zu den beliebtesten Sportarten im Senegal. In der Region Casamance dominieren Ringerinnen die Turniere und genießen eine Anerkennung, die normalerweise männlichen Athleten vorbehalten ist.
Für junge Ringerinnen wie die 12-jährige Fatou ist der Sport weit mehr als ein Hobby. „Das Ringen hat mich gelehrt, mutig zu sein“, sagt sie. „Ich fühle mich sehr stark.“
Doch in anderen Regionen im Senegal haben viele Mädchen keinen Zugang zu Sportangeboten. Dadurch entgehen ihnen wichtige Chancen und soziale Kompetenzen. Das will das RECAF-Jeu-Programm ändern.
GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT FÖRDERN
Schädliche Geschlechternormen hindern viele Mädchen und junge Frauen im Senegal daran, ihr Potenzial zu entfalten. Kinderheirat, frühe Schwangerschaften und Hausarbeit erschweren ihnen den Zugang zu Bildung und dem Arbeitsmarkt. Zudem gefährden tief verwurzelte Praktiken, wie Genitalverstümmelung, die Gesundheit von Mädchen und ihre Zukunftsperspektiven.
Nur 14% der Mädchen gaben an, selbst entscheiden zu können, ob sie eine Ausbildung absolvieren und wann sie heiraten.
Das Projekt „Renforcement des Capacités des Filles par le Sport et le Jeu“ (RECAF-Jeu) unterstützt Mädchen und junge Frauen dabei, durch Sport soziale Kompetenzen zu entwickeln, Grenzen zu überwinden und die Zukunft selbst zu gestalten. Wir erreichen 10.000 Jugendliche, 600 Trainer:innen und 89.000 Gemeindemitglieder in den Regionen Sédhiou und Ziguinchor. Durch Sport- und Spielaktivitäten stärkt das Projekt Selbstwertgefühl sowie die Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten von Mädchen. Gleichzeitig fördert es eine positive Männlichkeit und das Engagement in der Gemeinde, um gegen Geschlechterdiskriminierung und gefährliche Traditionen anzukämpfen.
Khady Ndour ist Ausbildungsbeauftragte des Projekts. „Wir leben in einem Land, in dem die Rechte der Frauen anerkannt sind, aber es gibt noch viel zu tun“, sagt sie. „Frauen erleben nach wie vor Ausgrenzung, insbesondere im Sport.“
DAS RECHT AUF SPORT
Sport gibt Mädchen die Möglichkeit, Selbstvertrauen, Führungsqualitäten und andere Stärken zu entwickeln. „Basketball hat mir viele Türen geöffnet“, sagt die 17-jährige Aïcha. „Ich war sehr schüchtern. Als ich anfing, Basketball zu spielen, lernte ich neue Leute kennen und wurde selbstbewusster.“
„Mädchen haben auch das Recht auf Sport.“ – Aïcha, 17
Auch die 17-jährige Sagna fühlt sich auf dem Fußballplatz durch ihr Team unterstützt und gestärkt. „Ich fühle mich gut, wenn ich Fußball spiele und habe dadurch viele Freunde gefunden.“
Für Fatou, Aïcha, Sagna und tausende andere junge Frauen bedeutet Sport die Chance, ihre Stärken zu entdecken, Vorurteile zu überwinden und selbstbestimmt für ihr Recht auf Bildung einzustehen.
Ein Vorbild für Mädchen
Anna hat sich durch RECAF-Jeu ihren Traum erfüllt, Schiedsrichterin zu werden. Heute setzt sie sich dafür ein, Mädchen durch den Sport zu ermutigen, an ihre eigenen Ziele und Träume zu glauben.
Durch die Kraft des Sports, konnte Anna Geschlechterdiskriminierung überwinden. An ihren ersten Trainingstag erinnert sie sich noch genau: „Ich will ihnen das Gegenteil beweisen. Ich will ihnen zeigen, dass ich es kann.“
Das Projekt „Renforcement des Capacités des Filles par le Sport et le Jeu“ (RECAF-Jeu) wird durch die finanzielle Unterstützung der kanadischen Regierung über Global Affairs Canada ermöglicht. Zusätzliche Unterstützung bei der Umsetzung erhält das Projekt von der Liverpool Football Club Foundation.
