Sirenies Geschichte: Fußball für Mädchen

Auf einem staubigen Fußballplatz in Burundi pfeift Sirenie und schickt eine Gruppe von Mädchen dem Ball hinterher. Sie beobachtet sie, feuert sie an, und lächelt, während sie spielen. Denn für Mädchen wie sie war das nicht immer so.
Als Sirenie im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal einen Fußballplatz betrat, zweifelten viele an ihr. Fußball galt als Spiel für Jungen, und einige Familien befürchteten, der Sport würde dem Ruf eines Mädchens schaden.
Mädchen stärken durch Sport
In Burundi haben Mädchen oft keinen Zugang zu Bildung und Sport. Gesellschaftliche Erwartungen schwächen ihr Selbstvertrauen. Trainerinnen sind besonders selten: Nur 11,5 % aller Trainer:innen sind weiblich.
Im Alter von 10 Jahren sah Sirenie Jungen in der Schule spielen und dachte: „Das könnte ich auch.“ Die Jungen hießen sie willkommen; die Gemeinde hatte kein Verständnis. „Die Leute sagten, ein Mädchen, das Fußball spielt, bringe Schande über ihre Familie“, erinnert sich Sirenie. Doch trotz Druck blieb ihre Mutter unterstützend.
Ich habe gesehen, wie der Fußball ihr Selbstbewusstsein gab.
Wenn es an Ausrüstung mangelte, bastelten Sirenie und ihre Freunde Bälle aus Bananenblättern. Durch den Sport übernahm Sirenie Verantwortung, entwickelte psychosoziale Kompetenzen und Selbstvertrauen. Sie begann, Kinder aus der Nachbarschaft zum Spielen zusammenzubringen.
Inklusiver Unterricht und psychosoziale Unterstützung
Sirenie lernte, wie man inklusive Trainingseinheiten leitet, sichere Räume zum Trainieren schafft und jüngere Kinder betreut. Heute ist sie Community-Trainerin und ein Vorbild für Mädchen. Sie leitet regelmäßig Trainingseinheiten, fördert inklusiven Unterricht und unterstützt Mädchen dabei, Selbstvertrauen zu gewinnen, Führung zu übernehmen und Eigeninitiative zu entwickeln.
Eltern, die früher skeptisch waren, lassen ihre Töchter nun teilnehmen. „Fußball hat meine Tochter nicht daran gehindert, erfolgreich zu sein“, sagt Isidora stolz.
Durch Sport entdecken Mädchen, wie stark sie wirklich sind.
Sirenie möchte weiterhin als Coach tätig sein und mehr Mädchen für den Sport begeistern. Sie hofft, dass es eines Tages ganz normal sein wird, dass Mädchen Fußball spielen.
Das Projekt Sports Protect – Kukivi, das von der Olympic Refuge Foundation finanziert und vom Nationalen Olympischen Komitee Burundis sowie dem Ministerium für Jugend, Sport und Kultur unterstützt wird, hilft von Vertreibung betroffenen Kindern und Jugendlichen, durch Sport und Spiel Selbstvertrauen, Resilienz und Führungsqualitäten zu entwickeln. Das Programm hat 80 Coaches aus den Gemeinden ausgebildet und 16.000 junge Menschen in den Provinzen Cibitoke und Ruyigi erreicht. Das Programm schafft sichere Räume für Kinder und befähigt Eltern und Coaches psychosoziale Unterstützung zu leisten, damit Jugendliche, Selbstvertrauen und Eigeninitiative entwickeln.
