Pakistan: Mahnoor wird Ärztin

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Mahnoor steht selbstbewusst vor ihren Kommiliton:innen und hält ihre Präsentation. Mahnoor ist 20 Jahre alt und möchte Gynäkologin werden. Sie muss ihr Studium selbst finanzieren.

Mahnoor wuchs in einer Familie mit geringem Einkommen in Hyderabad, Pakistan, auf. Nach dem Tod ihres Vaters lebte sie mit ihrer Mutter in Armut und finanzieller Abhängigkeit. Von ihr wurde erwartet, zu schweigen und sich anzupassen.

2015 lernte sie Right To Play Coach Shamim kennen. Durch spielbasiertes Lernen entwickelte Mahnoor Selbstvertrauen und Resilienz.

Trotz Geschlechterdiskriminierung und eigener Ängste, schaffte Mahnoor den Weg ans College.

BILDUNG FÜR MÄDCHEN

Lange Zeit schien Manhoor ihr Traum, Ärztin zu werden, unerreichbar. Viele Mädchen in Pakistan müssen die Schule oft aus finanziellen Gründen abbrechen. Der Malala Fund schätzt, dass in Pakistan 12 Millionen Mädchen keine Schule besuchen und nur 13 % bis zur 9. Klasse kommen.

„Ich durfte nicht draußen spielen, weil ich ein Mädchen war.“
- Mahnoor, Right To Play Alumna

„Wir hatten keine finanzielle Unterstützung. Mir wurde klar, dass ich es alleine schaffen muss“, sagt Mahnoor.

Als Shamim, eine von Right To Play ausgebildete Trainerin, an ihre Schule kam, änderte sich viel. Von 2015 bis 2018 unterstützte das von UK International Development finanzierte Programm Schulen, Geschlechterdiskriminierung und Mobbing abzubauen. Lehrkräfte und ehrenamtliche Coaches wurden geschult, einen inklusiven Unterricht zu gestalten und Geschlechterbarrieren durch Spiel abzubauen.

Eine Studie zeigt: Mobbing unter Jungen ging um 33 % zurück, bei Mädchen sogar um 59 %. Auch körperliche Bestrafungen nahmen deutlich ab – bei Jungen um 45% und bei Mädchen um 66 %.

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Mahnoor leitet junge Schülerinnen bei Spielaktivitäten an, an denen sie selbst als Junior Leader teilgenommen hat.

KINDERSCHUTZ UND SELBSTVERTRAUEN

Mahnoor war sehr still und beteiligte sich kaum im Unterricht, als sie Shamim kennenlernte. „Mahnoor fehlte es an Selbstvertrauen. Deswegen gab ich ihr kleine Aufgaben, um sie Schritt für Schritt zu ermutigen“, erinnert sich Shamim.

Mahnoor liebte Coach Shamim's Aktivitäten. Sie halfen ihr, Gefühle auszudrücken, sich stark zu fühlen und sicherer zu kommunizieren. Besonders geprägt hat sie das Spiel „Wut und Angst“, bei dem die Kinder lernten, ihre Emotionen zu kontrollieren und sich vor Gewalt zu schützen.

Diese Fähigkeiten halfen ihr, als sie Männer auf ihrem Heimweg entführen wollten. Mahnoor blieb ruhig, setzte die Selbstverteidigungstechniken um und konnte sicher nach Hause rennen.

„Wenn Mädchen sich sicher fühlen, entwickeln sie Selbstvertrauen.“
- Coach Shamim

Der Vorfall verunsicherte Mahnoor sehr. Doch sie war entschlossen, weiterhin zur Schule zu gehen. Wenige Monate später wurde sie Junior Leader und begann, Shamim bei den Spielaktivitäten zu helfen. Dabei sprach sie auch offen über ihre eigenen Erfahrungen und darüber, wie sie ihre Ängste überwunden hat.

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Mahnoor bei spielbasierten Aktivitäten.

MÄDCHEN STÄRKEN

Mahnoor will als Gynäkologin einen positiven Beitrag für ihre Gemeinschaft leisten.

„Ich habe gelernt, für mich einzustehen, und setze alles daran, meine Träume zu verwirklichen“, sagt sie. „Ich treffe meine eigenen Entscheidungen und kann für mich sorgen.“ Mahnoor ist überzeugt: Mit der richtigen Unterstützung und den richtigen Chancen können Mädchen alles erreichen. „Ich möchte Mädchen sagen: Glaubt an euch, steht für euch ein und lasst euch nicht unter Druck setzen.“